Erlebnisfahrt im Naturschutzgebiet „Mittlere Mulde“

Die Vereinigte Mulde von Eilenburg bis Bad Düben darf nur vom 16.07. – 31.10. eines jeden Jahres aus Naturschutzgründen von Wassersportlern befahren werden. In unserem Jahresplan war nach drei Jahren Unterbrechung eine solche Fahrt am 16.07.23 wieder vorgesehen. An diesem
Tag trafen sich um 6:30 Uhr zehn Kanuten/innen am Bootshaus. Das Packen desBootstransportanhängers mit den erforderlichen Kajaks dauert schon einige Zeit, außerdem waren wir noch nie so viel Teilnehmer. Pünktlich 7 Uhr konnten die zwei vollbesetzten Pkw starten, ein
weiteres Fahrzeug kam an einem Treffpunkt auf der B 6 hinzu. Ohne Probleme bei fast leerer Fernstraße erreichten wir Eilenburg.

Nach dem Stationieren von zwei Fahrzeugen am Zielort saßen dann alle Teilnehmer um 10 Uhr in den Booten. Nun lagen 29 km naturbelassene Mulde vor uns.

Der Wasserstand war trotz der großen Trockenheit ausreichend. Es gab nur wenig Grundberührungen, meist nur durch Unachtsamkeit. Der gesamte Flusslauf unterliegt keinen menschlichen Eingriffen und ändert sich so mit jedem Hochwasser. Das Erkennen der Fahrrinne erfordert ständige Aufmerksamkeit, denn Schwallstrecken, ruhiges Wasser, Kiesbänke, überspülte Baumstämme und scharfe Kurven wechselten sich ständig ab.

Es wurde nie langweilig und es ist schon erstaunlich, dass es in Mitteldeutschland noch so eine Naturidylle gibt. In den vielen Abbruchkanten des Flussufers nisteten Unmengen von Uferschwalben. Der Ruf des Bienenfressers begleitete uns fasst den gesamten Flusslauf. Über uns kreisten Milane und Bussarde. Am Ufer stolzierten junge Weißstörche. Grau- und Silberreiherbesiedelten die Ufer. Einige wenige Kiebitze gaukelten durch die Lüfte. Mit diesen Eindrücken erreichten wir bald das Fährhaus in Gruna. In dieser paddlerfreundlichen Gaststätte wurden wir trotz oder wegen unserer Sportkleidung freundlich empfangen, Tische zusammengestellt und sehr gut bedient.

Nach geraumer Zeit stiegen wir wieder in die Boote, um den einen Kilometer kürzeren zweiten Teil zu bewältigen. Nach dieser schönen Mittagspause fiel das Paddeln etwas schwerer. Der Fluss ließ aber keine Unaufmerksamkeit zu, weil viele Veränderungen auftraten, ebenso Baumleichen im Wasser lagen und erst kürzlich umgestürzte Bäume unsere Fahrt behinderten.

Da aber meist die erfahrensten Teilnehmer die Gruppe anführten, wurden alle Hindernisse ohne Zwischenfälle passiert. Zeitlich relativ spät erreichten wir das Ziel, den Bootsanleger in Bad Düben.

Nun begannen die unzähligen Handgriffe zur Vorbereitung der Rückreise. Nachdem wieder alles in unserem Bootshaus verstaut war, ging ein langer Paddeltag um 19 Uhr zu Ende.

Wolfgang Thon

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